
„Die deutsche Spielwarenindustrie ist enorm stark. Wir müssen keine Angst vor der Zukunft haben, denn für Spielwaren wird es immer eine Nachfrage geben“, sagt DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil anlässlich der Branchen-Pressekonferenz am 29. November in Nürnberg.
„Nach dem sehr guten Jahr 2015 mit einem Wachstum auf knapp über 3 Milliarden Euro Gesamtumsatz rechnen wir in diesem Jahr mit einem weiteren schönen Zuwachs.“
Ulrich Brobeil stützt seine optimistische Prognose auf die zweite repräsentative Umfrage des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie e.V. (DVSI), die ganz aktuell ausgewertet wurde und auf die bisherigen Ergebnisse, die mit Ausnahme des traditionellen schwachen Oktobers in jedem Monat im Plus lagen und teilweise zweistellige Steigerungsraten aufwiesen.
Besonders stark waren die Monate Januar und Februar 2016. Das Weihnachtsgeschäft werde die Branche aller Voraussicht nach noch einmal beflügeln. „Nach allem, was man hört, sind die Deutschen in diesem Jahr noch spendabler bei Geschenken unterm Christbaum als 2015“, äußert Ulrich Brobeil Vorfreude.
Insgesamt hat sich die Lage der Spielwarenindustrie im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert: 61 % der Befragten schätzen nach den Ergebnissen des DVSI-Index die aktuelle Situation ihres Unternehmens als „gut oder sehr gut“ ein. 2015 waren dies nur 56 %. Nur noch 5 % beurteilen ihre Situation als ausreichend oder ungenügend (Vorjahr: 20 %).
Umgerechnet in Schulnoten ergibt sich ein Mittelwert von 2,3 (2015: 2,6). Profiteure des Aufschwungs sind vor allem Großunternehmen (mehr als 10 Mio. € Umsatz) mit einem Mittelwert von 2,1 (2,4) sowie die mittleren Unternehmen (bis 10 Mio. € Umsatz) mit 2,4 (2,8). Verschlechtert hat sich dagegen die Lage der kleineren Unternehmen (bis 500 000 € Umsatz) auf 3,0 (2,8).
„Ergab die Befragung vor einem Jahr noch ein eher neutrales Bild, hat sich nun die Stimmung der Unternehmen deutlich ins Positive gedreht“, konstatiert Ulrich Brobeil.
Besonders positiv wird die aktuelle Lage eingeschätzt von Firmen aus den Bereichen „Spiele, Bücher, Lernen, Experimente & Multimedia“ (Mittel: 2,1), „Puppen/Plüsch“ (2,3), „Technische, edukative- und Aktionsspielwaren“ sowie „Baby- und Kleinkinderartikel“ (je 2,4).
Klare Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr gab es bei „Modelleisenbahnen & Zubehör“ (von 2,9 auf 2,5) sowie bei „Spiele, Bücher, Lernen, Experimente & Multimedia“ (von 2,4 auf 2,1).
Unverändert zurückhaltend sind die Einschätzungen von Befragten aus den eher klassischen Produktgruppen „Modellbau/Hobby“ (2,9) und „Holzspielwaren/ Kunsthandwerk“ (2,8). Deutlich verschlechtert haben sich die Erwartungen der Mehrbranchen-Anbieter (von 2,7 auf 3,3).
Wie wird Weihnachten?
Die sehr stabile Lage am Arbeitsmarkt, gestiegene Einkommen und die weiterhin niedrigen Zinsen beflügeln auch in diesem Jahr die Kauflaune der Deutschen. Spielwaren stehen nach wie vor hoch im Kurs. Deshalb rechnen die Unternehmen in diesem Jahr mit einem Rekord-Weihnachtsgeschäft.
Nach einer Umfrage des ifesInstituts unter 59 000 Konsumenten wollen fast 23 % der Verbraucher mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als 2015. Laut einer Studie von Ernst & Young haben die Deutschen 266 Euro pro Kopf für Weihnachtsgeschenke übrig.
Bei den „Rennern“ im Weihnachtsgeschäft gibt es allerdings keine klaren Favoriten. „Gefragt sind einerseits die Klassiker wie Puppen, Plüsch, Spiele, Fahrzeuge und Puzzles, oft in neuem Gewand“, erklärt Ulrich Brobeil. Die Top 10-Spielzeuge zählen auf jeden Fall zu den Bestsellern.
Andere Unternehmen setzen dagegen auf Neuheiten, gerade bei Elektronik und technischen Produkten. „Eine wichtige Rolle spielen weiterhin auch aktuelle Lizenzartikel.“
In jedem Fall haben sich Spielwaren unter den Top 3 der Weihnachtsgeschenke – nach Geldgeschenken und Gutscheinen – etabliert. Spielwaren werden auch weniger häufig umgetauscht als andere Präsente. Freuen darf sich auch der Fachhandel.
„Gerade bei Spielwaren, vor allem wenn es um Technik geht, ist für Käufer die kompetente Beratung im Fachgeschäft, der angebotene Service und das Einkaufserlebnis sehr wichtig“, weiß Ulrich Brobeil.
Laut Deloitte Christmas Survey sind lokale Fachhändler für 43 % der Käufer erste Anlaufstelle. Laut einer Studie von Ernst & Young wollen 39 % ihr Weihnachts-Budget im Fachhandel ausgeben.
Daneben setzt sich auch Trend zum Online-Shopping, vor allem bei jüngeren Käufern, fort. „Die meisten unserer Mitglieder haben sich auch darauf eingestellt“, berichtet der DVSI-Geschäftsführer.
Foto von DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil.