Linie 1

Bild Noris

Linie 1, da fällt mir sofort das Musical vom Berliner Grips-Theater ein, welches bereits 1986 uraufgeführt wurde.

Das Grips-Theater war sowieso bekannt dafür, sehr viel zu experimentieren und auch zu provozieren. Kein Angst, man braucht im Wohnzimmer keine Straßensperren oder ähnliches zu errichten.

Ob Stefan Dorra sich davon inspirieren ließ, weiß ich nicht. Aber wenn Sie sagen, dass das Spiel doch gar nicht so neu ist, dann haben Sie auf alle Fälle recht, denn Linie 1 wurde bereits 1995 das erste Mal auf den Markt gebracht. Linie 1 wurde von der Jury Spiel des Jahres auf die Auswahlliste gesetzt.

Und in diesem Jahr wurde das Spiel vom Verlag Goldsieber noch einmal aufgelegt, denn es wäre schade, denn viele gute Spiele erhält man dann nur noch auf dem Flohmarkt. In aller Regel fehlen dann auch noch die Teile.

Das Ziel des Spiels ist relativ einfach, man muss ein Straßenbahnnetz errichten, um von A nach B zu fahren. Auf direktem Wege ist es nicht möglich, weil es sein kann, dass man den Bahnhof oder das Hotel ansteuern muss.

Und da man gegen fünf verschiedene andere Straßenbahnbesitzer antreten muss, können diese einem das Leben als Jungunternehmer schwer machen.

Das Spiel läuft in zwei Phasen ab:

Straßenbahnnetz errichten
Fahrt der Bahn

Die Schienenkarten werden gemischt und dann entsprechend verdeckt in mehreren Stapeln auf den Tisch gestellt. Bevor es los geht, wird der Streckenauftrag ermittelt. Dieser besteht aus einer Linien- und einer Streckenkarte. Die Linie bestimmt die Farbe und die Strecke, welche Punkte im Spiel angesteuert werden müssen.

Jeder Spieler legt zwei Schienenkarten ab und muss dann seinen Vorrat wieder auffüllen. Dabei dürfen die Karten auf freie Felder oder gegen bereits ausliegende Schienen einfach ausgetauscht werden. Egal ob dies die eigenen Schienen waren, die man abgelegt hatte oder die vom Gegenspieler.

Wichtig dabei ist, dass gelegte Karten einen Sinn ergeben. Eine Schienenkarte darf nur so gelegt werden, dass die abgebildeten Schienen entweder in freie Felder münden oder an Schienen benachbarter Kärtchen anschließen. Hierzu gibt es in der Spielanleitung zahlreiche Beispiele, die auch grafisch dargestellt wurden.

Beim Austausch werden die Schienen auf einem Kärtchen also nur um neue Anschlüsse erweitert, was natürlich von Vorteil sein kann. Da man auch die Schienen der anderen nutzen kann, ist das Legen einer Kreuzung manchmal sehr sinnvoll.

Aber von diesen Schienenkarten gibt es ja nicht allzu viele und man zieht diese ja verdeckt. Weiterhin gibt es bis zu zwölf Felder, wo der Spieler eine Haltestelle einrichten muss, wenn er zu dem Feld gelangt. Dabei gibt es vier verschiedene Möglichkeiten, um das Schild aufzustellen. Problem, man sollte seine Gegenspieler lange im Unklaren lassen, an welcher Strecke man arbeitet.

Ist man der Meinung fertig zu sein, wird dies angekündigt. Der Spieler zeigt, welcher Streckenauftrag erfüllt werden musste und die anderen Spieler kontrollieren dies. Wurde der Auftrag erfüllt, beginnt der Spieler mit dem ersten Würfelzug. Wenn man einen grünen Punkt gewürfelt hat, darf man sich um ein Feld bewegen.

Hat man den Werkzeugkasten gewürfelt, ist die Bahn defekt und bleibt in dieser Runde einfach mal stehen. Ehe man das Ziel erreicht, dauert es und wenn die anderen noch beim Streckenbau sind, kann das eventuell böse Folgen haben. Der richtige Zeitraum ist also entscheidend.

Fazit

Linie 1 hat immer noch nichts von dem Spielreiz verloren. Stefan Dora hatte 1995 halt Pech gehabt, denn Linie 1 musste gegen Catan antreten. Stefan Doras Spiel besticht durch seine einfachen Regeln und die immer neuen Spielvarianten, die sich durch das Legen der Karten ergeben.

Da die Bahnen mittels Aufkleber gestaltet werden müssen, würden wir empfehlen, diese mit farblosem Lack zu versiegeln, dass diese nicht mehr abgehen. Mit dem Spiel werden vor allem Gelegenheitsspieler und Familien angesprochen, weil das Spiel sehr einfache und verständliche Regeln besitzt. Und in der Spielanleitung wurden auch diverse Spielzüge grafisch dargestellt.

  • Autor: Stefan Dorra
  • Grafik: Franz Vohwinkel
  • Verlag: Goldsieber (Noris)
  • Anzahl Spieler: 2-5
  • Altersgruppe: ab 10 Jahre
  • Spieldauer: ¾ bis 1 Stunde
  • Spieleinteilung: Familienspiel
  • Schwierigkeitsgrad: 2 (leicht spielbar)
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 20 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.