
Ignaz B. Griesgram ist Schriftsteller seines Zeichens und schreibt, obwohl er keine Kinder leiden kann, Kinderbücher. Bekannt geworden ist er durch die “Geisterbezwinger”. Aber seit zwanzig Jahren hat er nichts mehr zu Papier gebracht. Da nun sein Geld verbraucht ist, muss er wohl oder übel ein neues Geisterbezwingerbuch schreiben, denn den Vorschuss hat er schon aufgebraucht.
Um in Ruhe zu schreiben, sucht er ein passendes Haus, um so abgeschieden von der Umwelt seine Geschichte niederzuschreiben. So zieht er von Chicago nach Schauderburg in die Friedhofstraße 43. Hier soll angeblich ein Gespenst wohnen, aber an solche Schauergeschichten glaubt der Autor natürlich nicht.
Was er nicht wusste, dass in dem Haus der Junge Severin mit seiner Katze Mohrle wohnt. Seine Eltern, zwei Möchtegern-Wissenschaftler, sind Hals über Kopf nach Europa gereist, um da ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zu präsentieren. Eigentlich wollte daraufhin Griesgram aus dem Mietvertrag aussteigen, aber das geht nicht so einfach.
Severins Freundin ist das Gespenst Olivia, die das Haus vor über 100 Jahren nach ihren Wünschen bauen ließ. Olivia war selber Autorin, nur wurden ihre Bücher leider nie verlegt. Sie will so lange in diesem Haus spuken, bis ein Buch von ihr veröffentlicht wurde.
Griesgram, der Name steht auch dafür, wie er sich aufführt, erstellt erst einmal eine Hausordnung. Er beschuldigt Severin, dass dieser mit den Türen knallt und Klavier spielt. Obwohl der Junge sagt, dass er es nicht ist sondern Olivia, glaubt der Autor nicht an dessen Geschichten. Und irgendwie bekommt Griesgram nichts zu Papier, was sich aber ändert, als er Olivia persönlich kennenlernt.
“Gespenster gibt es doch!” ist eine köstliche Geschichte. Die Namen, die die Autorin gewählt hat, sind treffend, vor allem dass ein Kinderbuchautor Griesgram heißt. Die ganze Geschichte ist in Briefform aufgebaut, die sich die Protagonisten hin- und herschicken. Da schreibt der Herr Griesgram dem Jungen einen Brief, dieser wiederum der Olivia.
Aber auch andere Personen spielen hier, wie der Rechtsanwalt, die Verlegerin oder die Eltern, eine wichtige Rolle. Und ab und zu erfährt man dann aus der Zeitung, was in Schauderburg passiert ist. Vor allem, wenn die Protagonisten etwas erzählen, was nicht in der Zeitung erscheinen soll, aber „Ihr Geheimnis ist unser Nachricht“ wird natürlich gedruckt.
Fazit
Kinder mögen Gespenstergeschichten, vor allem wenn diese so witzig und unterhaltsam geschrieben ist wie diese. Und gruselig ist diese Geschichte nicht, nein sie hat sogar eine positive Botschaft, denn wir alle sind die Autoren unseres Lebens. Severin, der sein Leben ohne seine nutzlosen Eltern meistert und unbedingt das Haus vor dem Abriss bewahren will. Oder Griesgram, der sich im Laufe der Geschichte wandelt und zu einem liebenswerten…
Nein, mehr kann man und darf man nicht verraten. Nein, man sollte diese Geschichte unbedingt selber hören. Kinder, so ab neun Jahre, werden diese Geschichte einfach cool finden.
Autoren
Kate Klise wurde 1963 in Peoria/Illinois geboren, wo sie zusammen mit ihren fünf Geschwistern aufwuchs. Heute lebt sie auf einer Farm in Missouri. Sie schreibt Kinderbücher und Zeitschriftenartikel.M. Sarah Klise, Jahrgang 1962, teilte als Kind mit ihrer Schwester Kate ein Zimmer. 1973 verfassten die beiden ihr erstes Buch, ein Weihnachtsgeschenk für ihre ältere Schwester. Heute arbeitet Sarah als Illustratorin in Berkeley / Kalifornien.
- Nina Schindler (Übers.)
- Kate Klise und M. Sarah Klise
- Gespenster-Blog: www.gespenster.gerstenberg-verlag.de
- Verlag: Audiolino