
Jeder der bis zu vier mitspielenden Quacksalber kocht hier sein eigenes Süppchen. Zutat um Zutat wird hierfür aus dem eigenen, im Laufe des Spiels selbst zusammengestellten Vorratsbeutel gezogen.
Doch Obacht: eine Prise zu viel von den Knallerbsen und die ganze Mischung ist verdorben. Da heißt es, geschickt zur rechten Zeit aufhören und lieber nur ein kleineres Portiönchen kochen, um mit den hierfür gewonnenen Erträgen noch wertvollere Zutaten zu erwerben.
Warum die Macher diesen Titel gewählt haben, will sich mir erst einmal nicht erschließen, schließlich gibt es sogenannte Quacksalber überall.
Quedlinburg ist eine Stadt voller Geschichte, die sich in ihren Häusern widerspiegelt. Heinrich der Erste hat in der Stiftskirche seine letzte Ruhe gefunden. Und über viele hunderte von Jahren wurden die Geschicke auf dem Schlossberg von einem Damenstift gleitet.
Den einzigen Beziehungspunkt zur Medizin bietet wahrscheinlich Dorothea Erxleben, sie war die erste deutsche Frau, die in Medizin promovierte. Oder ist es die Hölle, denn so heißt eine Straße in Quedlinburg, die den Autor zu diesem Titel inspirierte.
Was man hier noch erwähnen muss, dass man es einem Zufall verdankt, dass diese Perle am Harz noch existiert, denn die Partei in der DDR wollte Quedlinburg aus Kostengründen in den 60er Jahren abreißen.
Nur die Stiftskirche auf dem Cover hat was mit der Stadt am Harz zu tun. Trotzdem eine perfekte Werbung für eine der schönsten historischen Städte in Mitteldeutschland.
Herausgekommen ist ein gutes und doch leicht forderndes Familienspiel. Am Anfang besitzen die Spieler die gleiche Ausgangsposition, sie haben die gleichen Zutaten. Diese können auch bei anderen Spielen noch ergänzt werden, denn so wird alles etwas anspruchsvoller.
Fliegenpilze oder Spinnen gehören dabei zu Standardprogramm. Man kann die Zutaten im Laufe des Spiels auch verfeinern, indem welche kauft. Die Chips werden aus einem Beutel gezogen und in unserem Kessel, jeder besitzt einen, abgelegt.
Man muss aber vorsichtig sein, denn man darf nicht mehr als sieben Knallerbsen ziehen, denn sonst explodiert der Kessel. Ansonsten werden die Chips sprich Zutaten im Kessel abgelegt. Insgesamt werden dabei neun Runden gespielt.
Zu Beginn einer jeden Runde liest der Spieler, der den Wahrsagekartenstapel vor sich hat, die oberste Karte laut vor, legt sie offen neben der Wertungsleiste ab und bildet mit ihr den Ablagestapel. Das vorgelesene Ereignis gilt für alle Spieler.

Dürfen sich die Spieler als Ereignis einen gelben oder lila Chip nehmen, so ist das nur möglich, wenn das entsprechende Zutaten-Buch bereits aufgedeckt wurde.
Nach dem Ziehen und Ablegen der Chips kann sich der Spieler entscheiden, ob er noch einen weiteren Chip zieht. Man kann aber dies auch stoppen.
Wichtig dabei sind die Farben der Chips, bei den einen werden Aktionen ausgelöst, wie die blauen, roten und gelben, hier wird die Aktion gleich nach dem Ziehen aktiviert. Andere Farben können erst zum Rundenende aktiviert werden.
Im Laufe des Spiels entwickelt jeder seine eigene Strategie. Der eine kauft gerne Chips ein, der andere nutzt eben die einfachen Chips. Andere versuchen die 4er Chips zu bekommen, weil diese Punkte bringen.

Fazit
Auch wenn sich alles ein wenig kompliziert anhört, ist es nicht, denn die Spielanleitung wurde sehr verständlich geschrieben. Und vor allem verschiedene Spielzüge wurden auch grafisch gestaltet.
Das Spiel richtet sich an Familien, die auch gerne einmal eine Herausforderung suchen. Schade ist nur, dass außer dem Namen Quedlinburg das Spiel nichts mit dieser Stadt zu tun hat. Hier hätte man vielleicht eine Brücke schlagen können.
Die Abläufe des Spiels gehen nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Auf alle Fälle ist der Titel ein gelungenes Spiel, das Spaß macht und in keiner Spielsammlung fehlen dürfte.
- Alter: ab 10 Jahre
- 2 bis 4 Spieler
- Spieldauer: 45 Min.
- Autor: Wolfgang Warsch
- Grafik: Dennis Lohausen
- Verlag: Schmidt Spiele
- Spieljahr: 2018