
„Korallenherz“ ist der erste Jugendroma aus der Feder der Autorin Laura Walden. Um die Schauplätze ihrer Geschichte zu erkunden, reiste die Neuseeländern extra nach Australien.
Sie hat sich in ihrer Geschichte verschiedene wunderschöne Orte in Australien ausgesucht, z. B. Queensland und das Great Barrier Reef.
Die Geschichte spielt im Jahr 1897. Trotz eines Versprechens werden die 14-jährigen Zwillinge Lucy und Miranda Clayton nach dem Tod ihrer Mutter von deren Arbeitgeber in ein christliches Waisenheim „dem Haus zum heiligen Engel“ gebracht.
Die Zwillinge sind vom Wesen her sehr unterschiedlich. Lucy ist ein sehr zartes überaus freundliches und ordentliches Mädchen. Ihre Schwester Miranda hingegen ist das genaue Gegenteil.
Miranda wirkt trotz ihrer Ähnlichkeit zu Lucy recht burschikos und ist sehr abenteuerlustig. In dem Waisenhaus haben die beiden jedoch nicht viel zu lachen, hier herrscht ein hartes Regime. Die Mutter Oberin versucht mit allen Mitteln, die vorlaute und aufmüpfige Miranda zu bändigen.
Währen einer Strafarbeit entdecken die Zwillinge eine Art Akte, die die Mutter Oberin über ihre „Schützlinge“ führt. Sie finden heraus, dass ihr tot geglaubter Vater in Crains lebt. Bei der erstbesten Gelegenheit fliehen die Zwillinge aus dem Waisenhaus.
Parallel zur Geschichte der Zwillinge wird zum Anfang die Geschichte des Mischlingsjungen Mandu erzählt. Mandus Mutter war/ist eine Aborigine (Australische Ureinwohnerin) und sein Vater ein „Weißer“. Er wurde als kleines Kind seiner Mutter Wort wörtlich entrissen und auf eine Farm gebracht.
Dort wurde er Jack genannt. Trotz des Verlustes erging es ihm die ersten Jahre dort sehr gut, da die Herrin des Hauses ihn wie ihr eigenes Kind behandelte. Da ihr Mann den Jungen jedoch nicht mochte, musste Mandu nach dem Tod der Hausherrin zu den Farmarbeitern und hart arbeiten.
Durch Zufall erfährt Mandu, dass seine Wurzeln in der Stadt Crains liegen. Aufgrund eines brutalen Vorfalles auf der Farm musste Mandu jedoch fliehen. Auf seiner Flucht begegnet er auf einem Bahnhof Lucy und Miranda. Ein weiterer junger Mann – Brain – gesellt sich zu der Runde. Auch er ist auf der Reise nach Crains. Er wirkt zu Beginn recht schnöselig und eingebildet.
Zudem gerät er des Öfteren mit der temperamentvollen Miranda aneinander. Im Lauf der Geschichte erfährt man viel mehr von ihm und dass er doch eigentlich kein so schlechter Typ ist. Lucy und auch Mandu haben sofort ein Auge aufeinander geworfen.
Die vier schließen sich zusammen und eine aufregende und turbulente Reise mit allerlei Hindernissen und Gefahren beginnt. Zudem sind ihnen ihre Verfolger wie die Mutter Oberin immer auf den Fersen.
Fazit
Der Leser wird nicht nur in atemberaubende australische Kulissen entführt, man erfährt auch etwas über die australische Geschichte. Bis zur Mitte des Buches fand ich es noch sehr spannend. Gerade z. B. als sich die Wege der vier aufgrund eines Tornados auf hoher See auf dramatischer Weise trennten. Die Autorin legt jedoch für meinen Geschmack in ihrer Geschichte zu viele Zufälle und kitschige Emotionen hinein.
Zum Beispiel als Mandu, ein bekennender Nichtschwimmer, ins offene Meer springt, um Brain zu retten, und einfach so losschwimmt, als hätte er nie etwas anderes getan.
Oder er zum Anfang der Geschichte von einem Mädchen träumt, dass sich, wie der Zufall es so will, als Lucy herausstellt. Da die Geschichte oftmals etwas zu überspitzt erzählt wurde, wirkt sie für mich ab der Mitte des Buches recht langweilig und vorhersehbar.
Alles in allem ein recht interessanter Roman zum Abschalten und für den Urlaub. (S.Rabe)